Bewegungsübung Bewegungsübungen sind individuell dosierte und
kontrollierte Übungsbehandlungen, die aktiv oder passiv durchgeführt werden können. Aktive Bewegungen werden mit der Muskelkraft des Patienten selbst ausgeführt. Bei passiven Bewegungen ist der Patient selbst nicht aktiv. Die Bewegungen werden ausschließlich vom Behandler ausgeführt. Bewegungsübungen dienen der Vergrößerung des Bewegungsumfanges funktiosgestörter Muskeln und Gelenke, außerdem zur Lockerung bzw. Kräftigung verschiedener Muskelgruppen. In der Krankengymnastik
unterscheidet man zwischen verschiedenen Übungsformen, die abhängig von der Anatomie und den auszuführenden Bewegungen sind: - Achsengerechte Bewegungsform
- Kombinierte Bewegungen
- Komplexbewegungen
- Bewegen unter Abnahme der Schwere
- Aktives Bewegen gegen einen Widerstand
- ISPÜ – isometrische Spannungsübungen
- Dehnung
1 Achsengerechte Bewegungsform Diese führt man z.B. aus, wenn eine Bewegungsrichtung in einem Gelenk eingeschränkt ist, wie beispielsweise bei der Fingerkuppe: Beugen und Strecken.
2 Kombinierte Bewegungen Bei den Kombinierten Bewegungen wird entweder in einem Gelenk in mehreren Bewegungsebenen gleichzeitig oder in mehreren Gelenken bewegt. 3 Komplexbewegungen Bei dieser Art der Bewegungsübungen erfolgt die Bewegung in allen Gelenken, die zu einer funktionellen Einheit gehören. 4 Bewegungen unter Abnahme der Schwere Die Bewegungen führt der Patient aktiv mit seiner Muskelkraft aus, aber der Behandler erleichtert die Arbeit der Muskulatur des Patienten indem er das Gewicht des zu beübenden Körperteiles abnimmt bzw. hält. 5 Aktive Bewegungen gegen einen Widerstand Bei diesen Bewegungen wird ein Widerstand entgegengesetzt der Bewegungsrichtung gegeben um die Bewegung zu erschweren. Widerstände werden vor allem eingesetzt zum Aufbau der Muskulatur sowie zur Entwicklung der Muskelkraft. 6 ISPÜ (Isometrische Spannungsübungen) Isometrische Spannungsübungen bedeuten aktive Muskelarbeit ohne Bewegungserfolg. Bei dieser Muskelarbeit handelt es sich um Spannungsübungen, die das Ziel einer intensiven Muskelkräftigung haben. Der Patient spannt bei diesen Übungen gegen einen gesetzten Widerstand des Behandlers an. Isometrische Spannungsübungen werden bei sehr großen Schmerzen, bei fixierten Verbänden (Gips) und bei langer Ruhigstellung eines
Gelenkes eingesetzt. Ziel der Isometrischen Spannungsübungen ist, die Verbesserung der Muskelkraft sowie der Verhütung und Beseitigung von Muskelschwächen. 7 Dehnung Unter Dehnung verseht man einen gezielt ,schonend dosierten Zug auf verkürzte Sehnen
,verklebte Kapselanteile und verkürzte Muskulatur. Man unterscheidet zwischen passiven Dehnen, dynamischen Dehnen, aktives statisches Dehnen sowie der Anspannungs- und Entspannungsdehnung. - Bei der passiven Dehnung wird eine Dehnlagerung eingenommen, die über eine Zeitdauer von ca. ein bis zwei Minuten gehalten wird.
- Beim dynamischen Dehnen wird mit zarten Wippen, Schwingen und Federn eine Dehnung der Muskulatur erreicht.
- Bei der Anspannungs- und Entspannungsdehnung nimmt man eine Dehnstellung ein. Zuerst wird die Muskulatur drei bis acht Sekunden angespannt, dann folgt eine Entspannung der Muskulatur und nach
weiteren zehn Sekunden wird wieder angespannt.
Beim aktiven statischen Dehnen wird nach Einnehmen der Dehnstellung die Muskulatur etwa 10 bis 25 Sekunden angespannt und dann wieder entspannt ,wobei man eine leichte Dehnung erreichen kann. |